
100% Homeoffice als Steuerprofi mit Familie (Checkliste)
- Willst du wirklich dauerhaft 100% zuhause? Oder willst du vor allem die Möglichkeit, wenn du sie brauchst?
- Bist du fachlich sicher genug, dass du Aufgaben sauber und verlässlich erledigst?
- Wärst du bereit, am Anfang eine klare Kennenlern-/Einarbeitungsphase zu machen?
Warum 100% Homeoffice so attraktiv ist
- Der Suchradius wird klein.
- Die Auswahl wird klein.
- Und fachlich spannende Kanzleien sind oft nicht in diesem Mini-Radius.
Remote ist dann kein „Luxus“, sondern ein Hebel, um wieder mehr Optionen zu bekommen.
Warum viele Kanzleien 100% Remote nicht offen reinschreiben
- Team & Identität: „Wenn ich 100% pauschal erlaube, kommt irgendwann niemand mehr ins Büro.“
- Missverständnisse im Team: Wenn „100% Homeoffice“ groß kommuniziert wird, denken manche: „Dann gilt das jetzt für alle – egal, wie gut die Arbeit ist.“
- Kennenlernen: Viele Chefs wollen erst sehen, wie du arbeitest und wie du menschlich tickst, bevor sie maximale Freiheit geben.
So liest du Jobanzeigen richtig
- Fall A: „100% Homeoffice“ wird pauschal versprochen – ohne Bedingungen. Vorsichtig sein. Frag nach, wie das im Alltag wirklich läuft.
- Fall B: In der Anzeige steht nur „1–2 Tage Homeoffice“. Nicht sofort abhaken. Das kann nach außen vorsichtig formuliert sein – intern ist für erfahrene Leute später oft mehr möglich.
- Fall C: Du willst gar nicht dauerhaft 100%, sondern die Option. Sehr häufig die beste Lösung. Viele Kanzleien können damit gut leben.
Checkliste: 7 Punkte fürs Gespräch
- Ist Homeoffice bei euch Regel oder Einzelfall? (Muss man jedes Mal fragen – oder ist es klar geregelt?)
- Für wen ist viel Homeoffice möglich? (Erfahrung, Aufgabenbereich, Verlässlichkeit – nicht „kommt drauf an“)
- Wie läuft Kennenlernen/Einarbeitung konkret ab? Beispiel, das oft gut funktioniert: 4–6 Wochen Einarbeitung vor Ort, danach schrittweise mehr Remote.
- Wie haltet ihr Kontakt im Alltag? z. B. kurze feste virtuelle Meetings unter der Woche.
- Wie bekommt man Feedback – gerade am Anfang? z. B. wöchentliche Entwicklungsgespräche in der Probezeit.
- Wie spontan kann ich Homeoffice nutzen? (Option bei Bedarf – ohne „Antragssystem“)
- Wie stellt ihr sicher, dass Remote nicht zur Karrierepause wird? (Zugang zu anspruchsvollen Aufgaben, Verantwortung, Entwicklung)
Vorsicht bei diesen Versprechen
- „100% Homeoffice für alle, sofort“ – aber niemand kann Ablauf/Zusammenarbeit erklären.
- „Homeoffice nur, wenn nichts ansteht“ / „kommt drauf an“ (ständige Verhandlung).
- Kein klares Onboarding, kein fester Austausch, kein Feedbackrhythmus.
- Remote heißt: immer erreichbar – aber ohne Planbarkeit.
Stressfrei im Gespräch ansprechen
Diese Formulierung funktioniert oft besser als „Ich will 100% Homeoffice“:
„Ich brauche Homeoffice nicht als Dauerzustand, sondern als Option, wenn es privat nötig ist. Mir ist wichtig, dass das nicht jedes Mal neu diskutiert werden muss. Für Kennenlernen und Einarbeitung vor Ort bin ich offen – Hauptsache, danach ist die Flexibilität klar geregelt. Ich arbeite strukturiert und verlässlich. Ich kann Verantwortung auch remote sauber tragen.“
Tipp: Auch im erweiterten Umkreis suchen
Wenn dein Pendelradius klein ist, du aber fachlich mehr willst: Schau dir auch Kanzleien an, die weiter weg sind. Du willst dort nicht täglich hin, sondern suchst ein Modell, das nach der Einarbeitung viel Homeoffice möglich macht. Wenn die Prozesse dort digital und geordnet laufen (z. B. DMS/DATEV), ist das für erfahrene Fachkräfte oft deutlich realistischer, als es in der Anzeige aussieht.
Wenn du keine Lust hast, das in vielen Gesprächen selbst auszutesten: Unser Concierge-Service filtert passende Kanzleien vor und hilft, das Homeoffice-Thema im richtigen Moment sauber anzusprechen.
Einblicke in eine Kanzlei deiner Region
Du musst dich nicht auf Aussagen verlassen – du kannst es prüfen. Schau dir dazu eine Steuerkanzlei aus deiner Region an und vergleiche sie mit deinen Kriterien.





