Kanzlei-Karriere

Digitale Belegstrecke statt nur digitalem Chaos

Heute will ich mit dir über den „Flow“ sprechen. Nicht den esoterischen, sondern den im DMS. Du kennst das: Ein Mandant lädt Belege hoch, aber einer ist schief gescannt, der nächste ist eine WhatsApp-Fotografie und der dritte landet im falschen Ordner. Du suchst, du schiebst, du schreibst eine Mail. Am Ende hast du für eine digitale Buchhaltung länger gebraucht als früher für den Pendelordner.


Aber – Digitalisierung ohne Standardisierung ist oft nur „Chaos in Lichtgeschwindigkeit“. Eine digitale Belegstrecke, die wirklich läuft, braucht klare Leitplanken. Sie muss den Beleg vom ersten Upload über die Ablage bis zur Verarbeitung und – ganz wichtig – bis zur Klärung von Rückfragen begleiten, ohne dass du den Prozess verlassen musst.

Woran du im Alltag erkennst, ob eure digitale Belegstrecke wirklich läuft

Diese Anzeichen zeigen dir, ob ihr im Team mit einem echten Workflow arbeitet oder ob ihr nur PDFs verwaltet.
Typisch ist der Moment, wenn du eine Buchhaltung startest: Die Belege liegen bereit, die Erkennung hat 90% er Arbeit gemacht und für die restlichen zwei Fragen schickst du eine gebündelte Anfrage aus dem System. Du musst nicht warten, bis der Mandant anruft – du hast den Prozess im Griff. Das ist der Unterschied zu einem Alltag, in dem du der „Datenputzer“ für unstrukturierte Belege bist.

Zwei Einwände die man oft hört

„Meine Mandanten sind noch nicht so weit, die schicken lieber Mails.“

Prozess ist auch für den Mandanten einfacher. Wenn man ihm zeigt, wie viel Zeit er spart, wenn er Belege direkt hochlädt statt Mails zu tippen, ziehen die meisten gerne mit. Prüfe daran, ob ihr Mandanten aktiv in eure digitale Strecke „einladet“ oder sie nur gewähren lasst.

„Die Software macht eh immer Fehler, da kann ich es gleich selbst machen.“

Im Alltag frustriert eine schlechte Erkennungsquote. In der Praxis liegt das aber oft an der schlechten Vorarbeit (schlechte Scans, keine Regeln). Ein stabiler Workflow optimiert sich selbst: Je sauberer der Input, desto schneller läufst du durch. Prüfe daran, ob ihr an der Wurzel (dem Input) arbeitet oder nur die Symptome (manuelles Buchen) bekämpft.

So kannst du es im Gespräch prüfen

Wenn du herausfinden willst, ob eine Kanzlei eine echte digitale Belegstrecke hat, helfen diese Fragen:
Du merkst das im Alltag daran, dass du Aufgaben wirklich „abarbeiten“ kannst und nicht mehr „suchen“ musst. Wenn die Belegstrecke läuft, bleibt die Fristenruhe dein Standard.

Einblicke in eine Kanzlei deiner Region

Du musst dich nicht auf Aussagen verlassen – du kannst es prüfen. Schau dir dazu eine Steuerkanzlei aus deiner Region an und vergleiche sie mit deinen Kriterien.