
6 Prüfpunkte – Warum Standards besser sind als Bauchgefühl
Heute will ich mit dir über das Thema Tempo und Fehler sprechen. Genauer gesagt über den Moment, in dem du eine Buchhaltung oder einen Abschluss abgibst und hoffst, dass nichts „durchgerutscht“ ist. In vielen Kanzleien herrscht der Glaube, dass man sich zwischen Schnelligkeit und Präzision entscheiden muss. Wenn Qualitätssicherung aber nur bedeutet, dass jemand anderes nochmal „alles mit Bauchgefühl durchschaut“, verlierst du massiv Zeit.
Echte Effizienz entsteht, wenn Qualität nicht erst am Ende „draufgesetzt“, sondern durch Standards im Prozess eingebaut wird. Ein sauberes System erkennt man daran, dass die Prüfung nicht mehr Zeit frisst als die Bearbeitung selbst. Wenn du genau weißt, was wann geprüft wird, kannst du dich auf deine Facharbeit konzentrieren, weil das System die typischen Bruchstellen für dich absichert.
Woran du im Alltag erkennst, ob eure Standards wirklich Tempo bringen
- Es gibt eine feste Prüfstrecke im Abschluss, die genau definiert, welche Konten und Plausibilitäten in welcher Reihenfolge geprüft werden.
- Du nutzt standardisierte Checklisten für das Review, statt den gesamten Vorgang unsortiert noch einmal durchzugehen.
- Das Vier-Augen-Prinzip ist als fachliche Unterstützung konzipiert und dient nicht der Kontrolle „aus Prinzip“.
- Sonderfälle und deren steuerliche Würdigung werden sofort dokumentiert, damit im Review keine Rückfragen zur Herleitung entstehen.
- Die Zuständigkeiten für die Qualitätssicherung sind klar verteilt – du weißt immer, wer für welche Abnahme verantwortlich ist.
- Rückmeldungen aus dem Review sind konkret und begründet, statt vage Hinweise wie „bitte nochmal schauen“ zu enthalten.
- Du merkst, dass weniger Korrekturschleifen nötig sind, weil die Standards bereits in der laufenden Bearbeitung greifen.
- Fehler werden bei euch analysiert, um den internen Standardprozess für alle im Team zu verbessern.
- Deine Dokumentation schützt dich bei späteren Prüfungen, ohne dass du dafür „Papierberge“ produzieren musst.
- Review-Fenster sind im Kalender fest eingeplant, sodass die Freigabe nicht erst am letzten Tag zum Flaschenhals wird.
- Du hast Zugriff auf klare Arbeitsanweisungen für wiederkehrende Sachverhalte, was deine Entscheidungen beschleunigt.
- Die Kanzleileitung fördert eine Kultur, in der Standards das Heldentum einzelner ersetzen.
Zwei Einwände die man oft hört
„Standards sind zu starr für unsere individuelle Beratung.“
„Wenn ich schneller arbeite, passieren automatisch mehr Fehler.“
So kannst du es im Gespräch prüfen
- Welche festen Prüfschritte durchläuft ein Jahresabschluss bei euch, bevor er zur finalen Freigabe geht?
- Woran erkennt man bei euch konkret, dass eine Aufgabe als „abgabefähig“ gilt?
- Wie stellt ihr sicher, dass Rückfragen aus dem Review gebündelt und konkret an den Bearbeiter zurückgehen?
- Welche Hilfsmittel (z. B. Checklisten) nutzt ihr im Alltag, um typische Bruchstellen in der Buchhaltung abzufangen?
- Wie werden bei euch fachliche Entscheidungen dokumentiert, damit sie für Kollegen im Review sofort nachvollziehbar sind?
- Werden Fehler im Team besprochen, um daraus neue Standards für alle zu entwickeln?
Einblicke in eine Kanzlei deiner Region
Du musst dich nicht auf Aussagen verlassen – du kannst es prüfen. Schau dir dazu eine Steuerkanzlei aus deiner Region an und vergleiche sie mit deinen Kriterien.
Weitere Praxisberichte
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